Mittwoch, 3. Oktober 2012

In einem Jahr vom Computersitzer zum Marathoni

Das Ziel:
42.195 m an einem Stück absolvieren.
30. September 2012: geschafft!


Aber der Reihe nach.
Rückblick:
Vor etwas über einem Jahr.
"Jo, Ja, wisst ihr eigentlich, was euer Papa von Beruf ist?"
Hm, Jo: "Arbeiter oder Handyspieler?" Ja: "Computersitzer?" Stimmt. Irgend sowas ist er. Jedenfalls hat der Job nicht wirklich viel mit körperlicher Bewegung zu tun.

Dann, am 25. September 2011, nach ausgiebigem Ausschlafen und anschließendem Fernseher einschalten, schwappte plötzlich die Stimmung des 38. Berlin-Marathons ins Wohnzimmer über. Gut gelaunt folgte der spontane und etwas unüberlegte Entschluss: "Da laufe ich nächstes Jahr mit!". "Ja Papa - und dann gewinnst du...". Von da an gab es kein zurück mehr.

Das erste Training folgte direkt am selben Tag, noch voller Tatendrang und führte über 4,7 km. Da war ich schon ganz schön platt. Hätte die 42 km nie geschafft.

Aber es war ja ein Jahr Zeit.

In diesem Jahr musste ich mich oft überwinden, die Laufschuhe anzuziehen. Mal hat mein Schweinehund gewonnen, mal ich.

Bis auf ein paar kleinere Wehwehchen (mannigfaltiger Muskelkater, ne Brandblase vom Barfußgrillen, aufgescheuerte Brustwarzen, usw.) bin ich zum Glück verletzungsfrei geblieben.

Und am Sonntag, den 30. September 2012 war das Jahr schon rum und der große Lauf stand an:

6:00 Uhr: Aufstehen, Duschen, Anziehen, Frühstück - nur eine Banane.
7:15 Uhr: Der Zug fährt ab - Richtung Hauptbahnhof Berlin.

8: 30 Uhr: Ab in den Startbereich der Läufer, nur noch kurz zur Toilette, damit man unterwegs nicht muss.
8:52 Uhr: Warum musste die Warteschlange soooooooo lang sein?

8:55 Uhr: Kleiderbeutel abgeben und zur Startzone hetzen.
9:00 Uhr: Der Startschuss für die Weltelite fällt. Der Rest des Feldes startet in mehreren Wellen.
9:03 Uhr: Ich stehe noch mitten im Grün des Tiergartens.

9:04 Uhr: Der 17. Juni ist so voll, dass gar nicht alle Läufer rauf passen.
9:05 Uhr: Geschafft, hab mich in die Menge gequetscht.

9:15 Uhr: Ich erreiche die Startlinie, jetzt gehts los...

Zum Glück spielt das Wetter mit, so dass ich die Sehenswürdigkeiten der Stadt genießen kann:

Nach nur 600 m die Siegessäule:

Nach 5 km die JVA Moabit. Direkt gegenüber meiner Berufsschule:

Nach 11 km der Fernsehturm am Alex:

Bei km 23 das Schöneberger Rathaus: "Ich bin ein Berliner..." (JFK)

Zwischendurch ne Menge verrückter Mitstreiter, z.B. aus Frankreich:

Überhaupt war es ziemlich cool, so viele Nationalitäten zu treffen. Hier z.B. ein holländischer Fanclub:
Am häufigsten waren allerdings Dänen unterwegs.

Aber auch ich hatte meine Fans:
Danke Uwe, Ja, Papa, Jo, Gerd, Ingrid, Giesela,
dass ihr mich an der Gedächtniskirche bei km 35 angefeuert habt:

Mein besonderer Dank an euch beide,
Kathrin und Jutta!!!
 
Den bunten Schirm konnte ich jedes Mal schon von Weitem sehen.
Das Rennen konnte ich mir dadurch gut einteilen, bin einfach von Treffpunkt zu Treffpunkt gelaufen.
Danke, dass ihr euren Hauptstadtmarathon per U-Bahn absolviert habt:

Und auch die perfekte Organisation des Veranstalters, mit den wirklich zahlreichen Verpflegungsstellen und hunderten von gut gelaunten Helfern, die Wasser, Tee, Isogetränke, Bananen und Äpfel reichten, hat zum Gelingen beigetragen.

Stunden später und völlig k.o., erreiche ich dann das Ziel:


Ich hab es tatsächlich geschafft!
In einem Jahr vom Computersitzer zum Marathoni!
Cool!

Das musste natürlich begossen werden.
(Mit Erdinger alkoholfrei - gab´s im Ziel):


Und hier noch ein paar Daten für die Statistikfreunde unter euch:

Trainingszeit: 1 Jahr (mit Unterbrechungen)
Trainingsstrecke: 775,3 km
Trainingszeit: 88,3 Stunden
Startnummer: 22383
Startzeit: 09:15:19
Halbmarathon: 02:16:58
Zielzeit: 05:09:25
Platz: 24.814 (von 40.987 Läufern)
Platz in der Altersklasse: 4.785



Zum Abschluss möchte ich noch DANKE sagen!

Zuerst an Ja und Jo. Sorry, bin nicht Erster geworden, aber dank eures Glaubens an mich, hab ich durchgehalten. Danke. Ich liebe euch.

Danke Kathrin, dass du mich ein Jahr lang unterstützt und immer wieder "angetrieben" hast.

Danke Jutta, für deinen Hauptstadtmarathon.

Danke Papa und Ingrid sowie Gerd für eure Anfeuerung an der Strecke.

Danke, dass auch ihr, Giesela und Uwe, extra gekommen seid.

Danke Mama, du siehst, deine Sorgen waren völlig unbegründet.

Danke Marion "Kunzfrau-Kreativ" für die letzten Tipps in letzter Minute. Und auch Glückwunsch an dich zu deinem besten Marathon.


Danke Katja, schade, dass wir nicht gewettet haben.

Danke Kirsten für deine intensive Teilnahme, aber wer 100 km am Stück radelt...

Danke Kira, FriWi, Olli, Christina, Bio, Jeannette, Claudia, Anke und Roman für euer reges Interesse.

Danke Angela Winkler und Angelika Hollemann, meine treuesten Facebook-Fans, für ein Jahr "I like". Das war Motivation pur!

Danke Flori und Micha für eure Durchhaltewünsche.

Danke an alle, die meinen Blog ein Jahr verfolgt haben. Das hat angespornt weiter zu machen.

Danke an alle, die an mich geglaubt haben, auch wenn´s mal mehr und mal weniger war.

Und ein ganz besonderer Dank an alle, die ich jetzt hier doch vergessen haben sollte.


Das war mein Weg von der Couchpotato zum Marathon-Finisher.
Ich hoffe, das zurückliegende Jahr hat auch euch zu euren Zielen geführt oder zumindest ein Stück näher gebracht.

Für mich ist es jetzt an der Zeit, tschüß zu sagen.

Dieser Blog endet hier.

Danke, over and out

euer
Thorsten...





Sonntag, 30. September 2012

Geschafft - in neuer persönlicher Bestleistung

Ich hab es tatsächlich geschafft und bin gleich bei meinem ersten Marathon persönliche Bestzeit gelaufen.

Jetzt bin ich geschafft.

Hier ein erstes Foto kurz vor dem Ziel:


Die anderen Fotos folgen in den nächsten Tagen. Müssen schließlich erst entwickelt werden.

Alle drei gesteckten Ziele hab ich jedenfalls erreicht:

1. ankommen: geschafft

2. mindestens Vorletzter werden: geschafft und

3. unter 5:30:00 laufen: geschafft: 5:09:25

In Kürze mehr...

Samstag, 29. September 2012

Nummernvergabe

Die letzten Vorbereitungen laufen.

Meine Startnummer:




gab es auf der Messe


auf dem Flughafen Berlin Tempelhof.



Der Weg dahin war schon recht voll. Erst die U-Bahn und dann die Nummernausgabe. 



Die Bambinis haben´s schon hinter sich


Mal sehen, wie es morgen läuft...


Freitag, 28. September 2012

App-solut cool

Na das nenn ich mal ne coole Idee.

Eine eigene App nur für den Berlin Marathon. Mit tollen Infos und der Möglichkeit der Läuferverfolgung.


Einfach auf´s Handy laden (klickt auf das Bild), und app geht die Post...


Ihr könnt das Spektakel natürlich auch LIVE im TV verfolgen, z.B. ab 8.30 Uhr auf


oder ab 8.45 Uhr auf




Berlin

Marathon


39. Berlin-Marathon 2012 / Eurosport überträgt den Stadtlauf mit Ziel am Brandenburger Tor LIVE
Für die Weltelite der Marathonszene und mehr als 40.000 Hobbyläufer geht es am 30. September 42,195km quer durch die Hauptstadt. Der 39. Berlin-Marathon gehört neben den Veranstaltungen in New York City, Chicago und London zu den größten und prestigeträchtigsten und neben London und Chicago zu den schnellsten Marathonläufen der Welt. Im letzten Jahr schaffte es der Kenianer Patrick Makau mit einer neuen Berlin- Bestzeit ins Ziel. Er verbesserte die alte Bestzeit von Legende Haile Gebrselassie aus dem Jahr 2008 um 21 Sekunden auf 2:03:38. Auch bei den Frauen kam die Siegerin aus Kenia. Florence Kiplagat lief ihren ersten Marathon und gewann in 2:19:44.
Kommentator: Dirk Thiele

ÜBERTRAGUNGSZEIT

  • EUROSPORT INTERNATIONALSonntag 30. September - 08:45 Leichtathletik: 39. Berlin-Marathon 2012
    Übertragung des Stadtlaufes mit Ziel am Brandenburger Tor




Montag, 24. September 2012

Non Stop Music - Die Laufmusik-Hitliste

Na das nenn ich mal Fanpost. Hab wirklich nicht mit so vielen, tollen Musiktipps gerechnet. Die Festplatte qualmt und das Futter reicht für die nächsten Jahre!

Und hier nun meine Top 3 eurer Lauf-Musik-Tipps:


Auf Platz 3:
Loreen mit Euphoria.
Das Lied stärkt die Euphorie am Laufen.


Auf Platz 2:
Rocky - Eye Of The Tiger.
Genau der richtige Motivationssong, wenns mal anstrengend wird.


Und die absolute Nummer 1:
Schnappi das kleine Krokodil.
Super, vielen Dank für den Tipp!!! Ist echt zum Weglaufen...



Vielen Dank bei allen Tippgebern!

Musikalische Grüße...



Sonntag, 23. September 2012

Mentale Vorbereitung

Nach meinem letzten Sonntagslauf-Training heute, hab ich angefangen, mich mal mental vorzubereiten.

So hab ich zunächst mal die Teilnehmerbroschüre durchgearbeitet:

(für Inhalt auf Bild klicken)


Dann hab ich mir den Trailer angeschaut:



Und zum Schluss bin ich die Strecke dann mental schon mal gelaufen:



Da kann ich mich doch jetzt eigentlich schon mal in Ruhe zurücklehnen...   Hm...



Samstag, 22. September 2012

22383 - Der Taktikcode?

Sie ist da. --- Meine Startnummer:


Was soll mir diese Nummer sagen? Ich hab keine Ahnung.

Jetzt ist es jedenfalls Zeit für ein paar Taktiküberlegungen.

Denke, ich werde die 3-Punkte-Taktik anwenden.

1. Am Anfang erst mal loslaufen. Dazu am Besten immer ein Fuß vor den anderen. Bis ich so ins Laufen komme.

2. Jeden Erfrischungsstand mitnehmen und erst mal ein kühles Nass genehmigen. Der erste kommt ja schon nach ca. 5 km und dann wieder etwa alle 2,5 km.



Und 3. Wenn es mir zuviel wird, laufe ich einfach nur bis zur Hälfte und gehe dann zurück.

Die Zeit werde ich schon rumkriegen. Mal sehen, wie es wird. Die Spannung steigt jedenfalls langsam...





Sonntag, 2. September 2012

JoJa-Getränke- und Fotoservice

Also der 10 km-Lauf gestern war ja mal was ganz Besonderes. Ich hatte nämlich einen sensationellen Begleit-Service unterwegs. Nicht nur, dass mir regelmäßig Wasser gereicht wurde, auch die Fotos musste ich nicht selber machen!


Da kann man die wunderschöne Landschaft und die unterschiedlichen Farben der Sandhaufen am Wegesrand doch erst richtig genießen.   ;-)





Danke JoJa für eure tolle Unterstützung.


Da war mein Halbmarathon heute nur halb so schön. (Deshalb heißt er wohl Halbmarathon)...


Freitag, 31. August 2012

Laufmusik gesucht, bitte melde dich!

Letzten Samstag bin ich mal ohne Musik losgelaufen. Wollte mal die Stille genießen. Irgendwann bin ich am Flugplatz Edemissen vorbeigekommen. Die Landelichter erinnerten mich an Radar- oder Radioantennen.


Boah, da hab ich gemerkt, wie langweilig und anstrengend das Laufen ohne die richtige Power-Musik sein kann. Inzwischen reicht ein Album je Lauf nicht mehr aus. Da braucht man schon gut Futter für den MP3-Player. Deshalb mein heutiger

AUFRUF:

Bitte gebt mir Tipps, welche Musik hervorragend zum Laufen geeignet ist und ich sie deshalb unbedingt mit auf meine nächste Trainingseinheit mitnehmen soll. Ich versuche sie zu organisieren und werde sie garantiert ausprobieren!

Also zögert nicht und schreibt mir eine Mail an: laufmusik@email.de.

Schon jetzt besten Dank.

Vielleicht läuft dein Titel ja, wenn ich das nächste Mal am Eixer See vorbeikomme.


Oder mich über Feldwege oder ein Maisfeld quäle.







Donnerstag, 30. August 2012

Willst du viel, geh durch Priel --- Watt?

Also im Urlaub an der Nordsee zu laufen ist echt Schaf!


Wenngleich einem meist eine steife Brise ins Gesicht weht und das Lauftempo nochmals zusätzlich verlangsamt. Und das, obwohl ich eh nicht der Schnellste bin. Na ja, trainiert ja vielleicht auch.

Die ersten drei Urlaubsläufe bin ich so je ca. 10 km auf dem Deich lang:





Am 19.08. dann mal wieder der Zusammenbruch!!! Zum Glück nur mein Handy und nicht ich selber. Nach gut 6 km war bei der Aufzeichnung Ebbe. Bin trotzdem gut 10 km unterwegs gewesen.

Den ersten "Halbmarathon" absolvierte ich am 21.08. An diesem Tag ging´s zum Westerhever Leuchtturm. Leider wartete dort kein Jever auf mich.



Der interessanteste Lauf waren jedoch die gut 20 km am Strand und durchs Watt am 23.08. Erst fing alles ganz harmlos an. Zwar windig, aber echt schön am Strand.


Eine Warntafel versprach die Möglichkeit mit einem Strandsegler zu trampen. Kam aber keiner.


Schon bald jedoch wurde der Sand immer weicher, so dass ich zunächst bis zum Knöchel einsank:



Ein Blick auf die Karte verriet mir auch, warum das so war. Irgendwie war ich im Watt oder watt???


Aber es kam noch besser. Plötzlich gab´s kein rechts oder links vorbei mehr. Ich musste durchs knietiefe Wasser.


Aber seht selbst. Hier musste ich durch den Priel:

video

Nachdem ich das geschafft hatte, konnte ich im ruhigen Weiterlaufen noch den Strand genießen:



 











Zum Schluss sahen meine Beine dann so aus. Hat aber echt Spaß gemacht.